Bienen-und Insektenhotel selbst Bauen – Tipps

Warum haben wir das gebaut?

Anna und ich machen gerade ein FÖJ am Öko-Institut Freiburg. Jede*r FÖJler*in soll während diesem Jahr ein eigenes Projekt gestalten. Das kann ganz unterschiedlich aussehen: Manche FÖJler*innen machen etwas Schriftliches, viele entscheiden sich aber auch für ein praktisches Projekt.

Weil wir hier im Institut überwiegend am Schreibtisch sitzen, entschieden wir uns für etwas Praktisches, um etwas Abwechslung vom Büroalltag zu haben.

Da im vergangenen Jahr das Bienen- und Insektensterben immer mehr thematisiert wurde, kamen wir auf die Grundidee für den Bau. In den letzten Jahrzenten ist der Lebensraum der Wildbienen und Insekten stark geschrumpft, weshalb viele mittlerweile zu den bedrohten Arten gehören. Heutzutage werden morsche Bäume, Hecken oder alte Mauern sofort abgerissen, welche die Bienen eigentlich als Lebensräume nutzen. Insektenhotels bieten den Tieren also eine künstliche Nist-und Überwinterungshilfe, die sie so in der Natur kaum noch finden.

Ist sowas schwer zu bauen?

Wenn die Holzbretter in der passenden Größe zugeschnitten sind, sollte es auch für relativ ungeübte Heimwerker*innen kein Problem sein, diese richtig zusammenzuschrauben. Wir empfehlen den Bau mit zwei Personen und einem Akkuschrauber als Hilfe, dieser erspart viel Zeit und Kraft. Das Sammeln der Füllmaterialen für das Bienen-und Insektenhotel kann gut mit einem Spaziergang in den Wald verbunden werden, einiges findet sich aber auch im eigenen Garten.

Was sollte man beachten (Größe, Materialien, Standort)

Die Größe eines solchen Hotels kann nach Geschmack und Möglichkeiten variieren. Es kommt nicht auf die Größe an, sondern eher auf die richtige Herstellung. Natürlich gilt aber: Je größer das Haus, desto mehr Platz für die Tiere.

Das Holz

Weichholz splittert und reißt schnell, deshalb eignet es sich nicht für den Bau. Gut ist: lang gelagertes, trockenes Hartholz von Eiche, Buche oder Esche.

Löcher

Die Bohrlöcher sollten zwischen 1 und 8 Millimeter groß sein. Nach dem Bohren ist es wichtig, die Einfluglöcher glatt zu schmirgeln: sie sollten innen möglichst glatt sein, sonst könnten die Flügel der Tiere durch Splitter verletzt werden.

Gebohrt wird nur seitlich in das Holz, nicht parallel zur Rinde. Auch hier kann es sonst zu Rissen kommen, welche Feuchtigkeit in den Löchern begünstigen würde.

Anderes Füllmaterial

Bambusrohre, Schilfrohre und andere Halme mit Loch bieten sich auch als Füllmaterial an und werden gut angenommen.

Im Internet sowie auch in Baumärkten findet man oft Hotels, die mit leeren Lochziegeln, Lehm, Tannenzapfen, Rinde oder Stroh bestückt sind. Auch wir haben einiges davon ausprobiert und können sagen, es wird kaum von Bienen angenommen! Einige andere Insekten erfreuen sich aber an der Rinde und den Zapfen, deshalb haben wir die Füllmaterialien zum Teil drin gelassen. Falls man jedoch wie wir nicht auf die Lochziegel verzichten möchte, kann man diese mit o.g. Rohren füllen, so werden sie gerne angenommen.

Der Standort

Das Hotel sollte idealerweise an einer sonnigen, windberuhigten Ecke oder Mauer im Garten aufgestellt werden. Am besten ist eine Ausrichtung nach Südost oder Südwest und das Hotel sollte am Boden verankert sein bzw. nicht frei in der Luft hängen.

Zudem ist es wichtig, den Einflugweg möglichst frei zu halten. Deshalb ist es wichtig, dass das Hotel nicht direkt auf dem Erdboden steht, sondern ein bisschen erhöht aufgestellt wird.

Außerdem ist es vorteilhaft, wenn für Bienen gut geeignete Pflanzen in der Nähe des Insektenhotels sind. So haben die Tiere gleich Zugang zu Nahrung und Füllmaterialien.

Was für Untermieter werden in das Hotel einziehen?

Wir konnten schon kurz nach dem Aufstellen verschiedene Insekten und Bienenarten beobachten, die in das Hotel einzogen. 

In den Abteilen mit Tannenzapfen und Rinde haben Ohrenzwicker und Kellerasseln ein festes Zuhause gefunden. Auch die Sandbiene versteckt sich während ihrem Bezug in eines der Löcher gerne zwischen den Tannenzapfen.

Die Löcher in den Hölzern und Halmen sind bereits gut besetzt. Nach längerer Beobachtung können wir sagen, dass sich größtenteils die Wildbiene eingenistet hat. Aber auch einige Sandbienen und verschiedene Arten der Holzbiene fühlen sich dort wohl.

Es ist jedoch schwierig, die Bienenarten genau zu bestimmen, da es rund 500 verschiedenen Arten gibt, die sich auf den ersten Blick sehr ähneln.

Ist sowas teuer?

Wir haben für unser Grundgerüst mit Holz, Schrauben und Dachpappe rund 40 EUR bezahlt. Der Preis kann jedoch je nach gewünschter Größe, Holz und Zuschnitt variieren. Wir haben das Holz direkt im Baumarkt zuschneiden lassen, ein*e geübtere*r Heimwerker*in kann dies sicher auch selbst erledigen und somit ein paar Euro sparen.

Wo findet man gute Anleitungen? Was braucht man für das Hotel?

Die Anleitung für das Grundgerüst haben wir hier im Internet gefunden.

Auch der NABU, LBV und der BUND bieten gute Bauanleitungen und hilfreiche Tipps an.

Für alle, die unser Gerüst gerne nachbauen wollen: Unser Bienenhaus ist doppelt so groß, d.h. wenn ihr ein Bienenhaus in derselben Größe möchtet, verdoppelt die Längenmaße aus der Anleitung.

Das wird benötigt

  • Holzbretter aus Hartholz (Eiche, Buche, Esche)
  • Dachpappe (um Holz und Löcher vor Nässe zu schützen)
  • Schrauben (Länge je nach Breite der Holzbretter)
  • Nägel
  • Kleinmaschiger Gitterzaun
  • Lochziegel (findet man oft an Baustellen)
  • Bambusrohre, Schilfrohre, Halme
  • Tannenzapfen und Rinde, wer auch Insekten ein Zuhause geben möchte

Sonstiges: Bohrer mit Holzbohr-Aufsätzen, Akkubohrer, Hammer, Zange, Holzleim, Arbeitshandschuhe, Schmiergelpapier

Zu den Autorinnen
Anna-Lena Schweizer und Charlotte Kleider absolvieren ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr am Öko-Institut am Standort Freiburg.

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