Carsharing statt eigenes Auto: Infos und Tipps zum Loslegen

Liebe Anna,

ja, du hast Recht, die Apps machen Spaß, sind informativ und motivieren so oft wie möglich auf Bus und Bahn oder das Rad umzusteigen. Trotzdem wird es auch weiterhin die eine oder andere Situation geben, in der du und deine kleine Familie auf die Nutzung eines eigenen Autos angewiesen seid. Umso besser ist es dann zu wissen, welche Carsharing-Angebote es als Ergänzung zum Umweltverbund gibt und wie diese genau funktionieren. Ich habe mal nachgeschaut und ein paar Informationen zusammengestellt:

Unter Carsharing versteht man – ganz allgemein – das Teilen von Autos. In den letzten Jahren haben sich verschiedene Formen des Carsharing entwickelt. Kommerzielle Betreiber bieten sowohl stationsgebundene als auch stationsunabhängige Varianten an. Daneben setzt sich vermehrt auch das sogenannte Peer-to-Peer-Carsharing durch, bei dem Privatleute ihre eigenen Autos untereinander teilen. Gerade in Wohninitiativen findet man nachbarschaftliches Teilen von Autos, bei dem die privaten Autos nur an die Bewohnerinnen und Bewohner seines Wohnquartiers verliehen werden. Carsharing kann – als Ergänzung zum Umweltverbund – dabei nicht nur zur Flächenentlastung im Quartier selbst beitragen, sondern auch durch Verkehrsverlagerung auf den ÖPNV die Verkehrsbelastung auf Straßen, von Lärm und CO₂-Emissionen reduzieren.

Habe ich dich jetzt neugierig gemacht? Möchtest du selbst Carsharing ausprobieren? Die größten Anbieter stationsbasierten Carsharings sind übrigens Flinkster, cambio, stadtmobil, teilAuto und book-n-drive. Sicher findest du auch in deiner Nähe eine Carsharing-Station. Als Berlinerin hast du zudem bestimmt auch schon die free-floating-Fahrzeuge von car2go oder DriveNow auf der Straße gesehen. Diese stationsunabhängigen Carsharing-Systeme finden sich in allen größeren deutschen Metropolregionen, wie etwa in  Berlin, Hamburg, München, Stuttgart und Köln. Klick doch auch mal auf EcoTopTen, der Verbraucherplattform für ökologische Spitzenprodukte des Öko-Instituts. Dort findest du neben Antworten auf häufige Fragen zum Carsharing auch konkrete Spartipps und weitere Anbieterinformationen.

Die kommerziellen Angebote sind interessant, aber doch nicht ganz das, wonach du eigentlich suchst? Zudem ist dir aufgefallen, dass in deinem Kiez immer noch sehr viele private Autos am Straßenrand stehen. Offensichtlich konntest du (noch) nicht alle deine Nachbarn davon überzeugen, ihr eigenes Auto abzuschaffen. Vielleicht ist dann das nachbarschaftliche Teilen von Autos genau das Richtige für euch, um aus „Stehzeugen“ „Fahrzeuge“ zu machen. Mehr Informationen, wie man nachbarschaftlich Autos teilen kann, stehen auch im Fact-Sheet des Projekts WohnMobil. Neben Tipps zum Einstieg ins Carsharing und eine Übersicht über die ganzen Modelle findest Du auch hilfreiche Informationen wie etwa Versicherungsregelungen und mögliche Kosten.

Liebe Anna, ich denke, du hast in den letzten Wochen unseres Austauschs viel über die vermeintlichen Vorteile, aber auch Nachteile eines „Lebens mit eigenem Auto“ gelernt. Dennoch wolltest du den Schritt in ein autofreies Leben starten und hast den Umstieg gewagt. Die vielen Alternativen zum eigenen Auto haben dir gezeigt, dass eine neue, nachhaltigere Mobilität nicht wehtun muss und sogar Spaß machen kann. Ich hoffe, du bleibst am Ball und auch weiterhin nachhaltig mobil!

Wir sprechen uns sicher in Kürze wieder, viele Grüße bis dahin von

deiner Manuela

Dr. Manuela Schönau ist Expertin für nachhaltige Individualmobilität und
arbeitet im Bereich „Ressourcen & Mobilität“ am Standort Berlin.
Ihre Blog-Reihe „Autofreies Leben“ entstand im Rahmen des
UBA-Projekts „Verbraucherberatung als Baustein einer erfolgreichen Ressourcenpolitik“.
Alle bereits veröffentlichten Beiträge der Blogserie „Leben ohne eigenes Auto“ – Wie Anna die Mobilität neu entdeckt“ finden Sie in der Blog-Kategorie #Verkehrswende.

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