Geht das eigentlich…

Dr. Doris Schüler

… Batterie-Rohstoffe für Elektroautos auch in Europa abzubauen?

Ja, das geht und sollte aus Gründen der Unabhängigkeit, aber besonders aus sozio-ökologischer Sicht gefördert werden. Schauen wir uns die Situation am Beispiel von Lithium an. Australien, China, Simbabwe, Brasilien, Chile, Argentinien und die USA sind die größten Produktionsländer. Portugal ist mit einer relativ kleinen Abbaumenge von 400 Tonnen pro Jahr derzeit der einzige europäische Produzent.

Tatsächlich gibt es in Europa aber vielversprechende Reserven, wie etwa in der Tschechischen Republik mit einer erwarteten jährlichen Minenproduktion von 2.800 Tonnen. Weitere 2.000 Tonnen Lithium könnten in Finnland produziert werden, wie eine kürzlich veröffentlichte Machbarkeitsstudie ergab. Angesichts des vorausberechneten globalen Lithiumbedarfs von 160.000 Tonnen im Jahr 2030 wird allerdings deutlich, dass weitere Standorte erschlossen werden müssen. Im Rahmen des strategischen Aktionsplans für Batterien 2018 kündigte die Europäische Kommission Rohstoffkartierungen in weiteren Ländern an, darunter Österreich, Irland, Spanien und Schweden. Auch im Erzgebirge werden Lagerstätten geprüft.

Neben der Verringerung der Importabhängigkeit böte der Bergbau innerhalb der Europäischen Union den großen Vorteil, dass er verantwortungsvollen Abbaubestimmungen unterliegt. Das bildet einen guten Rahmen für die Weiterentwicklung von fortschrittlichen und umweltfreundlichen Technologien durch europäische Unternehmen, die auch zur Verbesserung des globalen Bergbaus eingesetzt werden können.

 Dr. Doris Schüler arbeitet im Öko-Institut auf dem Gebiet der „Nachhaltigen Ressourcenwirtschaft“ und ist Expertin für internationale Rohstoffpolitik und Umweltwirkungen der Rohstoffgewinnung.

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