Geht das eigentlich …

Dirk Arne Heyen

…dass Bürgerinnen und Bürger bei großen Projekten mitentscheiden?

Ob Flughafenausbau, Neubau von Windparks oder andere Großprojekte – das Interesse von Bürgerinnen und Bürgern, bei Planungen und Standortentscheidungen einbezogen zu werden, ist vielerorts groß. Am Ende entscheiden zwar die zuständigen Behörden, ob, wo und in welchem Umfang ein Bauprojekt umgesetzt wird. Anwohnerinnen und Anwohner können durch Beteiligungsverfahren aber wichtige Hinweise geben.

Damit diese Verfahren gut gelingen, müssen sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen: So sollten sie früh ansetzen, von neutraler Stelle geleitet werden und transparent sein. Letzteres beinhaltet auch Ehrlichkeit über die realen Einflussmöglichkeiten. Einfluss durch Beteiligung setzt Offenheit bei Projektträgern und Behörden voraus – diese müssen bereit sein, sich auf die Gegebenheiten vor Ort ein- und Ideen zuzulassen.

Diese „Merkmale guter partizipativer Praxis“ bestätigt auch die gerade veröffentlichte Partizipationsstudie aus dem Programm des Bundesforschungsministeriums zur „Transformation des Energiesystems“. Darin haben wir gemeinsam mit dem ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung Erkenntnisse der geförderten Projekte zu Beteiligung rund um die Energiewende ausgewertet. In einem der Projekte wurde zum Beispiel ein umfangreiches regionales Beteiligungsverfahren zu einer Hochspannungsleitung durchgeführt, das zu Änderungen und letztlich einer Verbesserung der Trassenplanung führte.

Dirk Arne Heyen ist Senior Researcher im Institutsbereich Umweltrecht & Governance und arbeitet am Standort Berlin
zu Partizipation und Politik in gesellschaftlichen Transformationsprozessen. 

Weitere Informationen:

Studie „Gesellschaftliche Partizipationsprozesse, partizipative Forschungsmethoden und Methoden der Wissensintegration“ des Öko-Instituts

Themenseite „Neue Infrastruktur: nachhaltig, fair und transparent planen“ des Öko-Instituts

Projektberichte, Interviews mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie jeweils ein thematischer Schwerpunkt: eco@work Onlinemagazin des Öko-Instituts informiert viermal im Jahr über den Stand unserer Forschung an den Standorten Freiburg, Berlin und Darmstadt. Hier geht es zur Ausgabe „Wissen und Wissenschaft – Fakten zu Alternativen statt alternativen Fakten“

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