Reparieren oder neu kaufen?

Die Herstellung von Elektro- und Elektronikgeräten verbraucht Energie und Ressourcen. Moderne Haushaltsgeräte mit eingebauter Elektronik beinhalten etwa Gold, Zinn, Tantal und Kupfer. Der Abbau dieser Rohstoffe ist in vielen Fällen mit großen Umweltschäden und Missachtung von fundamentalen Menschenrechten in den Entwicklungs- und Schwellenländern verbunden. Die Herstellung von Waschmaschinen und Co. benötigt viel Energie und verursacht damit Treibhausgasemissionen, die zur globalen Klimaerwärmung beitragen. Ihre Entsorgung, vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern ist aufgrund in ihnen enthaltener Schadstoffe problematisch und kann ebenfalls umwelt- und gesundheitsschädlich sein. Eine längere Nutzung von Geräten im Haushalt trägt deshalb meist dazu bei, Umwelt und Klima zu entlasten.

Wir haben bereits 2016 in Arbeiten zur Obsoleszenz gezeigt, dass Strategien gegen das vorzeitige Austauschen von Geräten eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Sie kann nur dann erfolgreich sein, wenn Politik, Wirtschaft und Verbraucherinnen und Verbraucher gemeinsam aktiv werden. So gibt es seitens der Politik und der Wirtschaft noch viel zu tun – dazu gehören die Schaffung von besseren Rahmenbedingungen für die Reparaturen, Mindestanforderungen an die Haltbarkeit und Qualität von Produkten, bessere Gestaltung von rechtlichen und ökonomischen Instrumenten wie Gewährleistung und Garantien, Steuererleichterungen für langlebige und reparaturfreundliche Produkte usw., um vorzeitige Obsoleszenz entgegen zu wirken.

Gleichzeitig sind aber auch die Verbraucherinnen und Verbraucher gefragt selbst zu handeln: Sie können langlebige und reparaturfreundliche Produkte kaufen und damit aktiv unsere Konsummuster in Richtung mehr Nachhaltigkeit verändern. Wie Geräte möglichst lange genutzt werden, wann sich eine Reparatur lohnt oder wann der Neukauf eines effizienten Geräts sinnvoll ist, beantworten wir deshalb in unserem neuen FAQ „Reparieren oder neu kaufen? Fragen, Antworten und Tipps für ein langes Leben von Elektrogeräten im Haushalt.

Siddharth Prakash und Ina Rüdenauer sind Experten für nachhaltigen Konsum am Öko-Institut und erarbeiten gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich „Produkte und Stoffströme“ Politikkonzepte, beraten Unternehmen und formulieren konkrete Handlungstipps für Konsumentinnen und Konsumenten.

Weitere Informationen:

„Welche Rechte habe ich, wenn ich mein Produkt länger nutzen möchte?“, Hintergrundpapier des Öko-Instituts zu Verbraucherrechten

Weitere Informationen des Öko-Instituts zum Thema Obsoleszenz

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