Schau doch mal in den Stromspiegel!

Wie hoch war noch mal die letzte Stromrechnung? Ist 3300 kWh jetzt eigentlich viel oder wenig? Und sind wir sparsamer als die Schulzes von nebenan? Wenn es um Stromverbrauch geht, fehlt häufig die Orientierung. Deshalb hat das Öko-Institut zusammen mit dem ISOE Institut für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt vor vier Jahren die „Stromeffizienzklassen für Haushalte“ entwickelt. Die leben jetzt weiter als „Stromspiegel für Deutschland“. CO2 online führt den Stromspiegel zusammen mit vielen Partnern fort – darunter auch das Öko-Institut, das regelmäßig dazu berät. Gerade ist der neue „Stromspiegel 2019“ erschienen.

In drei Schritten zum „Spiegelbild“

In drei Schritten kommt man damit zu einer Selbsteinschätzung. Erstens: Prüfen. Wie viele kWh standen auf der letzten Stromrechnung? Zweitens: Einordnen. Wie sieht mein Haushalt aus – Ein- oder Mehrfamilienhaus, Personenzahl, Warmwasserbereitung mit Strom? Drittens: Vergleichen. Schon kann ich in der farbigen Tabelle ablesen, ob ich – angelehnt an das EU-Energieetikett – in Klasse A, C oder gar G lande. Die Klasse gibt an, wo ich im Vergleich mit anderen, gleichartigen Haushalten stehe. Dafür wurden bundesweit 226.000 Verbrauchsdatensätze ausgewertet.

Quelle: www.co2online.de

Und dann?

Dann kann ich auch einfach sehen, wie viele kWh ich einsparen müsste, um eine Klasse „aufzusteigen“. Zum Einsparen gibt es viele Möglichkeiten. Einige verrät CO2 online auf seiner Themenseite. Stromsparende Elektrogeräte findet man auf der EcoTopTen-Plattform des Öko-Instituts.

Kleine Fische?

Keineswegs. Würden alle Haushalte ihre Sparmöglichkeiten ausschöpfen und in Klasse „A“ landen, könnten sie jährlich im Schnitt 230 Euro sparen – bundesweit Strom für neun Milliarden Euro – und 18 Millionen Tonnen CO2. Das ist so viel, wie das Braunkohlekraftwerk Weisweiler ausstößt, das zu den fünf klimaschädlichsten Kraftwerken in Europa zählt. Wenn das keinen Blick in den Spiegel wert ist…

Zur Autorin:
Dr. Corinna Fischer ist Expertin im Bereich „Nachhaltiger Konsum und Produkte“ und arbeitetet unter anderem zu den Themen „Energiesparen in Privathaushalten“, „Energieeffiziente Produkte“ sowie „Ökodesign-Richtlinie und EU-Energielabel“.

Weitere Informationen

Stromspiegel-Flyer zum Download

Ergebnisse des Projektes „Stromeffizienzklassen für Haushalte“

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