Umstieg geglückt? Ein Blick zurück!

Lieber Leser, liebe Leserin,

richtig gelesen – heute schreibe ich nicht (nur) meiner Freundin Anna, sondern auch dir. Vielleicht erging es dir in den letzten Wochen ja ähnlich wie Anna und auch du hast über ein „Leben ohne eigenes Auto“ nachgedacht oder schon erste konkrete Schritte in diese Richtung gemacht.

Seit meiner letzten eMail sind mittlerweile auch einige Wochen vergangen, in denen du Zeit hattest, dich etwas an deinen neuen Mobilitätsstil zu gewöhnen.

Ich bin neugierig: was hat sich bei dir konkret verändert? Konntest du deine alten Gewohnheiten „über Bord werfen“ und vollständig auf Bus, Bahn und Fahrrad umsteigen? Hast du auch Carsharing ausprobiert? Hat es problemlos funktioniert, welches Angebote konnte deinen Mobilitätsbedürfnissen am besten gerecht werden? Ich freue mich, wenn du mir eine Nachricht zu deiner persönlichen Erfolgsgeschichte in Sachen „Autofreies Leben“ in den Kommentaren hinterlässt!

Ich habe dir zudem noch ein paar Fragen zusammengestellt. Damit kannst du selbst testen, wie viel sich in deinem Mobilitätsverhalten in den letzten Wochen verändert hat. Viel Spaß dabei – und vielleicht ja auch ein paar erhellende Erkenntnisse!

  1. Wie viele deiner täglichen Fahrten hast du vor deiner Entscheidung „Leben ohne eigenes Auto“ mit dem (privaten) Pkw zurückgelegt?
  2. Wie viele Alltagsfahrten sind es jetzt, für die du zwingend auf ein Auto angewiesen bist? Wie häufig kannst du auf alternative Verkehrsmittel (Bus, Bahn, Fahrrad, Fuß, Carsharing) ausweichen?
  3. Bei der Nutzung welches Verkehrsmittels hattest du am meisten Spaß? Bei welchem Verkehrsmittel warst du am meisten überrascht, dass du damit so schnell von A nach B kommst?

Wie würdest du dich einschätzen? Bist du schon Profi in Sachen nachhaltiger Mobilität oder noch eher ein Umweltverbund-Neuling?

Ob der Umstieg auf Bus und Bahn schon in weiten Teilen geglückt ist oder dich dein Drahtesel auch weiterhin noch wenig lockt. Fest steht, dass so eine Umstellung eines oft seit Jahren bestehenden Mobilitätsverhaltens nicht von heute auf morgen geht. Und vielleicht konntest du tatsächlich noch nicht alles, was du dir vorgenommen hast, in die Tat umsetzen. Jetzt heißt es aber am Ball bleiben, denn nur durch eingespielte Routinen wird dir der Umstieg auf nachhaltige Verkehrsmittel auch langfristig gelingen. Als kleine Motivations- und Erinnerungsstütze schnapp‘ dir einen Zettel und notiere dir deine nächsten Schritte auf dem Weg in ein autofreies Leben.

 

Für mein „Leben ohne eigenes Auto“ nehme ich mir für…

  • die nächste Woche vor: (z.B. mein Fahrrad aus dem Keller zu holen)_
  • den nächsten Monat vor: __________________________________________________
  • das nächste Jahr vor: ______________________________________________________

 

Ich drücke dir die Daumen für ein „Leben ohne eigenes Auto“. Wir hören uns!

Viele Grüße,

deine Manuela

Dr. Manuela Schönau ist Expertin für nachhaltige Individualmobilität und
arbeitet im Bereich „Ressourcen & Mobilität“ am Standort Berlin.
Ihre Blog-Reihe „Autofreies Leben“ entstand im Rahmen des
UBA-Projekts „Verbraucherberatung als Baustein einer erfolgreichen Ressourcenpolitik“.
Alle bereits veröffentlichten Beiträge der Blogserie „Leben ohne eigenes Auto“ – Wie Anna die Mobilität neu entdeckt“ finden Sie in der Blog-Kategorie #Verkehrswende.
Kommentare
  1. Ralf Meyer

    ich gab 2001 mit 47 Jahren meinen Arztberuf auf und wurde landsässiger, seit 2005 auch vom Auto befreiter Aussteiger. Nächste schultagunabhängige Bushaltestelle 4km, nächster Supermarkt 7km, Biomarkt & Baumarkt 20km, Bahnhof 30 km, nächste Stadt mit Onkologem, den meine Frau momentan braucht, 40km, nächste Großstadt 70km. Wenn man will und muss geht alles. Warum betütteln Sie die (möglicherweise fiktive) stadtsässige (!!) Autoaussteigerin so, als ob sie die K2-Nordwand durchklettern müsste? Gewohnheiten sind dazu da, dass man sie ändert. Alle wissen, dass unser technikgestütztes Mobilitätsverhalten irrational und überholt ist, alle leiden unter den asozialen Zuständen auf unseren Straßen und alle sammeln täglich zehntausend Ausreden, warum es ohne Auto nicht geht. Das ist sittlich-vernünftiges Mikado: wer sich zuerst bewegt, hat verloren. Es ist blöd und infantil und Betütteln hilft nicht gegen Blödheit und Infantilität.

    • Manuela Weber

      Lieber Herr Meyer,
      danke für Ihr Interesse an der Blogreihe und Ihre Rückmeldung. Leider stellt der Abschied vom eigenen Auto, wie von Ihnen geschildert, bislang noch die Ausnahme dar. Für viele – auch im urbanen Raum – ist das autofreie Leben noch keine Selbstverständlichkeit und der Abschied vom eigenen Auto fällt dem einen oder anderen auch nicht leicht. Die Blogreihe soll genau hier ansetzen und vor allem auch Personen abholen, die noch über eine Autoabschaffung nachdenken bzw. von deren Vorteilen noch nicht gänzlich überzeugt sind. Entsprechend geht es in der Blogreihe auch darum, Alternativen zum eigenen Auto aufzuzeigen und zu verdeutlichen, dass der Verzicht auf das eigene Auto keine zwingende Einschränkung bedeuten muss. Das hat weniger mit „Betütteln“ zu tun als vielmehr damit, mit kleinen Schritten zu einem Umstieg weg vom Auto zu motivieren.

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